Energie und Klimaschutz

Energieeffizienz

Die Energiewende ist eine komplexe Angelegenheit.

Die Wohnungswirtschaft will qualitätsvolles Wohnen bieten, eine zeitgemäße technische Ausstattung und vor allem ein friedliches Miteinander. Das Wohnen muss aber auch bezahlbar bleiben. Dies ist vor allem wichtig für Menschen mit mittleren und geringen Einkommen und für Transfereinkommensbezieher, die in den Wohnungen der Wohnungsunternehmen leben.

Am Ende wird die Energiewende nur durch die größtmögliche gesellschaftliche Bereitschaft und technologische Offenheit erfolgreich sein. Alle Beteiligten müssen mit ihrer Leistungsfähigkeit, ihrem Interesse und auch ihrer Freude an der Umgestaltung des Energiesystems einbezogen werden. Nur dann kann sich zeigen, welches die effizientesten und kostengünstigsten Wege zur Dekarbonisierung sind. Es kann heute noch nicht gesagt werden, in welchem Verhältnis sich Effizienz und Nutzung erneuerbarer Energien über Netze oder über dezentrale Erzeugung entwickeln werden.

Eine nachhaltige Verminderung der Treibhausgasemissionen im Gebäudebestand kann nach derzeitiger Erfahrung der Wohnungswirtschaft am ehesten durch den Bezug oder die lokale Erzeugung CO2-armer oder -freier Energie in Kombination mit einer "normalen" energetischen Modernisierung der Gebäude erreicht werden. Eine herausragende Rolle wird die gemeinsame Versorgung im Quartierszusammenhang spielen. Das Zusammenwachsen von Strom- und Wärmemarkt durch eine dezentrale Stromerzeugung in den Quartieren und über eine Sektorkopplung wird dabei neue Justierungen im Energiewirtschaftsrecht erforderlich machen. Sehr wichtig wäre es auch, endlich die Erfahrungen der letzten 15 Jahre bei der Verminderung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen systematisch zu evaluieren.

WohWi Fakten Booklet Klimaschutz

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Zur letzten Sitzung des Klimakabinetts appellieren die Verbandschefs des Deutschen Mieterbundes (DMB), des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW und des Deutschen Verbandes (DV) in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel, für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der energetischen Gebäudesanierung die entsprechenden gesellschaftlichen Mittel bereitzustellen.

Die Verbände gehen davon aus, dass es zur Erreichung der Klimaziele 2030 ein Finanzierungsdelta von 6 Mrd. Euro pro Jahr für vermietete Wohnungen und mindestens 14 Mrd. Euro jährlich für Wohngebäude insgesamt gibt, welches nur durch zusätzliches Geld vom Staat geschlossen werden kann. Ansonsten drohen soziale Verwerfungen.

Den offenen Brief der drei Verbände finden Sie pdfhier425.65 kB.

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titel gdw kompakt energieDer GdW schlägt 23 ganz konkrete Änderungen vor, die Klimaschutzinvestitionen ermöglichen und sich kurzfristig umsetzen lassen.

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position klima4 0Die Wohnungswirtschaft teilt die Vision der Europäischen Kommission, bis 2050 die Netto-Null-Emissionen zu erreichen und damit wirksam zum Klimaschutz beizutragen. Wir wissen heute nicht, ob wir das schaffen.

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GdW kompakt KlimaschutzDie Wohnungswirtschaft ist Teil des Gesamtprojektes Energiewende. Bei Neubau und Modernisierungsmaßnahmen werden durch Wohnungsunternehmen alle wirtschaftlichen und für die Mieter sozial tragbaren Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen aus Beheizung und Warmwasserbereitung durchgeführt. Es zeichnet sich aber ab, dass die ambitionierten politischen Klimaschutzziele für Deutschland über die Grenzen wirtschaftlichen Handelns hinausgehen werden.

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Geringinvestive Maßnahmen werden gern geringgeschätzt – weil die jeweilige Energieeinsparung nicht so hoch ausfällt, wie bei umfassenden und dadurch kostenintensiven Maßnahmen. Aber gerade diese Maßnahmen können im Gebäudebestand am schnellsten in großer Breite wirken. Damit können sie in der Summe erheblich Energie (und Treibhausgase) einsparen.

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Raumluftunabhängige Gasetagenheizungen in Mehrfachbelegung sind sog. LAS- oder C4-Geräte (Luft-Abgas-System – die Zuluft wird über den Schornstein zugeführt). Sie sind im EU-Recht formal nicht von der für die raumluftabhängigen B1-Geräte geltenden Ausnahme erfasst, dass sie nach dem 26.09.2015 weiter als Heizwerttechnik in den Markt gebracht werden können. Sie können nach dem gegenwärtigen Verordnungsstand bei einem zukünftigen Austausch nur noch durch Brennwertgeräte ersetzt werden. 

Der GdW hatte sich lange auf nationaler und EU-Ebene für eine Lösung für die C4-Geräte eingesetzt. Trotz offizieller Schreiben der BAM und von Housing Europe an die Kommission konnte keine europäische Lösung erreicht werden.

Nun hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung des BMWi die gesetzliche Vorgaben und technische Lösungen in einem Flyer zusammengefasst, siehe Anlage. Es werden neun Möglichkeiten des Umgangs mit dem Ausfall eines C4-Gerätes erläutert.

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gdw pos co2Der GdW hat die GdW Position "Kann eine Bepreisung von CO2 die Energiewende steuern?" erarbeitet. Ein CO2-Preis scheint theoretisch ein richtiger Ansatz zu sein, da er auf den richtigen Steuerungsindikator setzt.

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  • Bündnis aus Wohnungswirtschaft, Industrie und Forschung
  • Umfassendes, praxisorientiertes Forschungsprojekt in über 500 Mehrfamilienhäusern
  • Kosteneffizienter, technologieoffener Maßnahmenmix für mehr Energieeffizienz notwendig

Klimaschutz im Gebäudebereich und bezahlbares Wohnen sind in Deutschland in den vergangenen Jahren immer mehr zu Gegensätzen geworden. Vermieter und Mieter befinden sich in einem bislang ungelösten Dilemma: Um das ambitionierte Klimaschutzziel der Bundesregierung eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 zu erreichen, sind umfangreiche energetische Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden notwendig, die zu immer höheren Sanierungskosten und steigenden Mieten führen. Die Mehrbelastungen lassen sich jedoch weder für Vermieter noch für Mieter durch höhere Mieten oder eingesparte Energiekosten refinanzieren.

Titelfoto Allianz

„Mehr Klimaschutz und höhere Energieeffizienz durch immer höhere Anforderungen an die Modernisierung von Gebäuden – die Umsetzung dieses Vorhabens stößt zunehmend an ihre wirtschaftlichen und sozialen Grenzen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, sanieren wir uns die letzten günstigen Wohnungsbestände systematisch weg“, erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, eines der Allianz-Gründungsmitglieder.

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  • 20.07.2017 - Information über die Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe

    Am 07.07.2017 hat der Bundesrat der Verordnung zur Überwachung von nicht gefährlichen Abfällen mit persistenten organischen Schadstoffen und zur Änderung der Abfallverzeichnis-Verordnung zugestimmt. Damit tritt eine dauerhafte Regelung in Kraft, nach der HBCD-haltige Dämmstoffe kein gefährlicher Abfall sind. Es bestehen Anforderungen an die Sammlung und den Nachweis der Entsorgung. Die Verordnung wird in Kürze im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am ersten Tag des auf die Verkündung folgenden Monats in Kraft. Der Gesetzestext ist dem Rundschreiben beigefügt.

  • 17.07.2017 - Information zum Gesetz zur Förderung von Mieterstrom und zur Änderung weiterer Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetzes – Mieterstromgesetz

    Der Bundesrat hat dem Mieterstromgesetz am 07.07.2017 zugestimmt. Das Gesetz wird in Kürze im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am Tag darauf in Kraft. Der Mieterstromzuschlag darf erst nach der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission gewährt werden.

Ansprechpartnerin zum Thema

ma vogler

Dr.-Ing. Ingrid Vogler

Tel.: 030 82403-176

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